Schon ewig schwebt mir vor, endlich mal meine Reisetipps für Schottland aufzuschreiben. Jetzt endlich habe ich es getan.

Wenn Sie sich die folgenden Reisetipps ausdrucken möchten, habe ich hier ein PDF des Textes ohne Bilder hinterlegt: Edinburgh und Schottland-Rundreise.

Mein Herz hängt in Schottland seit einer Jugendfahrt 1982 in die Gegend um Aberdeen. Ich wollte immer wieder hin, es hat aber nur 1992 noch einmal geklappt (Busrundfahrt durch Nordengland und die Highlands). Aber dann, 2004, ging es richtig los. Seitdem war ich bis heute (2019, kurz vor dem Brexit) fast jedes Jahr dort: mal mit Auto, mal ohne, mal mit Hund, mal ohne und mit unterschiedlichen menschlichen Begleiter.innen oder auch mal drei Monate alleine. Von 2007 bis 2010 hatte ich sogar eine Wohnung in Edinburgh und bin im 3-4-Wochen-Rhythmus gependelt.

Ich liebe die besonderen Licht- und Woken-Stimmungen in Schottland! Das war in Kinlochleven, glaube ich. Foto: Claudia Fischer

Da mich immer mal wieder Menschen fragen, was ich empfehlen kann, gebe ich hier ein paar sehr subjektive Tipps für ein paar Tage in Edinburgh oder auch 1-2 Wochen Rundfahrt durch die Highlands. Und ich weiß, jede und jeder, die mal da waren, werden ganz andere Dinge toll finden und meine Empfehlungen vielleicht für völlige Fehleinschätzungen halten. Ist völlig in Ordnung für mich – dies sind meine Highlights, andere können ja ihre eigenen Reiseempfehlungen schreiben. 🙂

Die Reisezeiten müssen Sie sich im Internet selbst ausrechnen – das variiert ja auch sehr danach, ob man langsam oder schnell besichtigt, ob Wander- oder Ruhetage eingeplant werden usw.

Als Jahreszeit kann ich Edinburgh ganzjährig empfehlen, wobei die Weihnachts- und Silvesterphase einen ganz besonderen Charme hat, wenn die ganze Innenstadt erleuchtet und geschmückt ist – nicht zuletzt mit einen typisch deutschen Weihnachtsmarkt. Für die Rundtour durch die Highlands empfehle ich Mai bis in den Juni hinein (dann ist alles gelb vor Ginster, die Schafe haben Junge und es gibt noch nicht so viele Mücken (Midges, siehe unten). Oder man fährt im September. Da kann es schon regnerisch und stürmisch sein, aber die Landschaft ist lila vor lauter Heide und in Schottland ist wechselhaftes, leicht düsteres Wetter besonders anschaulich. Mir macht das nix.

Merke: Glasgow kenne ich kaum!

Wenn Sie ein paar Tage in Edinburgh haben:

  • St. Giles Cathedral an der High Street – nicht zu verfehlen. Foto: Claudia Fischer

    Wir gehen mit allen Gästen immer vom Edinburgh Castle aus den Berg runter bis Holyrood Castle. Am Anfang sind das viele „Touristenfallen“ (Souvenirshops), aber ab der Hälfte (ca. „World’s End“-Pub) sind da witzige Läden bei, und zwar rechts und links. Fudge (Süßigkeit, ähnlich wie Nougat, gibt es in Dutzenden Geschmacksrichtungen, auch Whisky. Wird vom Stück geschnitten verkauft.) probieren und kaufen! Da gibt es zwei spezielle Fudge-Läden, der untere (linke Seite) ist unser Lieblingsladen.

  • Oben am Castle gleich links, wenn man runter läuft, ist die „Edinburgh Woolen Mill“. Würde man normalerweise nicht betreten, weil es nach Touristenfalle aussieht. Aber das irre ist: Man kann immer weiter rein gehen. Um die Ecke. Und weiter durch. Immer weiter. Das sind zwei bis drei Dutzend hintereinander geschaltete Läden, es geht irgendwann noch Treppen runter usw. und dann sieht man irgendwann im untersten Geschoß gigantische Webstühle. Ein echter Geheimtipp, da kommt man von vorne nicht drauf.
  • Bei der ersten Ampelkreuzung sollte man mal rechts abbiegen und über eines der steinernen Geländer auf die Straßen darunter schauen. Edinburgh wurde in mehreren Etagen gebaut, und das schon im Mittelalter… An einer der Steinmauern ist das „Elephant House“. „Birthplace of Harry Potter“ steht im Schaufenster – hier hat Joanne K. Rowling, die in Edinburgh lebt, angeblich die ersten Bücher geschrieben. Dort im hinteren Raum (!) einen Kaffee zu trinken ist ganz witzig. Man hat einen tollen Blick aufs Castle und im Raum erstaunlich viele Menschen, die konzentriert in ihre Laptops tippen und wahrscheinlich hoffen, dort zu Bestsellern inspiriert zu werden.
  •  „The Real Mary King’s Close“ an der High Street ist eine Führung durch die unterirdischen Häuser von Edinburgh. Dafür muss man aber Klaustrophobie-Frei sein. Wahnsinnig spannend, aber ich habe das mit mehreren Leuten gemacht, die mittendrin abbrechen mussten, weil Luft, Enge und Dunkelheit ihnen Beklemmungen gemacht haben. Die Fremdenführer.innen dort sind historische Personen: Der Pest-Arzt, die Magd, sehr nett gemacht!
  • „The Rebel Base“ direkt neben dem „Forbidden Planet“ an der South Bridge. Foto: Claudia Fischer

    Etwas weiter den Berg hinunter kreuzt man die Straßen „North Bridge“ (nach links) und South Bridge“ nach rechts. Dort sollten „Nerds“, also Fans von Star Wars, Star Trek, Herr der Ringe usw. rechts abbiegen. Das Geschäft „Forbidden Planet“ ist ein Muss, und dahinter sind gleich noch mehr solche Läden entstanden.

  • Und eine Kreuzung weiter geht es nach links in die Infirmary Street, dort ist auf der Ecke der Pub „The Royal Oak“. Dort startet unser Geheimtipp, wenn man an einem Samstag in Edinburgh ist: Die besondere Stadtführung „Rebustours“.

    Die „Rebustour“ mit Schauspieler Colin Brown. Foto: Claudia Fischer

    Der Schauspieler Colin Brown ist ein Edinburgh Original und führt einen hinter die Kulissen der berühmten Kommissar Rebus-Krimireihe von Ian Rankin. Jede Tour geht ein bisschen anders, es ist immer wieder spannend, und Colin macht den Spaziergang mit Lesungen und Hintergrundinfos wirklich zu einem unvergesslichen Erlebnis!

  • Aber vielleicht sind Sie ja auch oben an der High Street geblieben und arbeiten sich weiter den Berg hinab. Wie gesagt: Es gibt rechts und links viel zu sehen. Irgendwann liegt links ein kleiner Friedhof um eine Kapelle herum, gehen Sie doch mal hinter die Kirche, das ist ein phantastischer Ausblick! Oder besuchen Sie „The Olde Christmas Shoppe“ mit Weihnachtsschnickschnack das ganze Jahr lang.
  • Eine Führung durch Holyrood Castle am Fuße der Highstreet sollte man mitmachen, wenn man sich für schottische Geschichte, Maria Stuart usw. interessiert.
  • Die Fenster des schottischen Parlaments – ein Kunstwerk, wie das ganze Gebäude. Foto: Claudia Fischer

    Eine Führung durch das schottische Parlament, direkt gegenüber von Holyrood Castle empfehle ich, wenn man sich für wirklich außergewöhnliche Politik interessiert (Architektur, politisches System und Zweisprachigkeit heben das schottische Parlament von anderer Regionalpolitik ab).

  • Hinter dem Parlament liegt ein Naturkundemuseum, das besonders mit Kindern und bei Regen ein toller Ausflugsort ist. Im Keller haben sie ein echtes Stück Gletscher, das hat uns besonders fasziniert. Es gibt aber auch viele spannende Sonderausstellungen dort.

Die Salisbury Graigs und Arthur’s Seat. Mitten in der Hauptstadt Edinburgh. Foto: Claudia Fischer

 

 

  • Arthur’s Seat und die Salisbury Craigs, das „Gebirge“ mitten in Edinburgh ist etwas für Wanderlustige und nur bei gutem Wetter. Die Craigs sind gut erreichbar über befestigte Wege (Von Holyrood Castle aus nach rechts halten). Auf Arthur’s Seat hoch geht es nach links ins Grüne, und obwohl da täglich hunderte Leute rauflaufen gibt es maximal Trampelpfade, kaum gute Wege. Also nur bei gutem Wetter und mit Outdoor-fähigem Schuhwerk antreten. Dann aber ist das ein einmaliges Erlebnis und man wird belohnt mit einer tollen Aussicht über die ganze Stadt.
  • In der New Town, also nicht mehr an der Highstreet: Der Pub „The Standing Order“ ist ein Muss, an der George Street, großen Steinsäulen vor der Tür. Der Betreiber der Wetherspoon-Kette, zu der dieser Pub gehört, ist ein flammender Brexit-Befürworter – das hat ihm Boykott-Forderungen eingebracht. Ich finde, man sollte zumindest mal reingehen: Das „Standing Order“ ist eine ehemalige Bank, das Bier holt man am ehemaligen Geld-Schalter und das Essen ist gehobenes Pub-Food (Currys, Hamburger, Fish & Chips usw.) Vom Eingang aus erst rechts und dann wieder links sieht man den riesigen alten Tresor, in den Family Rooms zur Straße raus sitzt man zwischen meterhohen Bücherregalen…
  • Strand gefällig? Portobello ist der Stadtteil dafür.
  • Literatur und Theater? Mal gucken, was im Storytelling-Center an der Highstreet für Veranstaltungen sind, wenn Ihr da seid.
  • St. Mary’s Cathedral, Foto: Claudia Fischer

    Kirchenmusik? St. Mary’s Cathedral westlich der City ist zu Fuß erreichbar, und es gibt eine angeschlossene Kirchenmusikschule, die oft live in der Kirche übt mit Chören oder Orgelmusik. Die Konzerte sind fantastisch, aber auch einfach mal reingucken lohnt sich oft! Habe da sehr, sehr schöne Stunden verbracht. Ein tolles Detail: Hinten links, wo es zu den Toiletten (! :-)) geht, hängen zwei Gemälde. Diese Gemälde haben eine verrückte Geschichte (siehe Ausschilderung) und sind wirklich beeindruckend schön, finde ich.

  • Dorf-Liebhaber? Wenn man an St. Mary’s Cathedral vorbei geht den Palmerston Place entlang, macht die Straße eine Linkskurve und wird zur Belford Road. Dort überquert man eine Steinbrücke, dahinter kann man runter gehen und an einem breiten Bach „Water of Leith“ entlang zurück in die Stadt. Bei schönem Wetter (sonst wird es glitschig) ist das ein superschöner Weg, vorbei an Fachwerkhäusern und Handwerksbetrieben, durch das alte „Dean Village“. Sehr empfehlenswert!
  • Museen und Galerien sind kostenlos, sie bitten nur um Spenden (was ich auch immer nutze, weil ich das Konzept sehr unterstützenswert finde). Die Bus-Stadtrundtouren, die am Bahnhof starten, sind durchaus empfehlenswert, um sich einen Überblick zu verschaffen. Manche der Busse haben auf jeden Fall auch eine Deutsche Kopfhörer-Spur, bei den anderen bin ich mir nicht sicher. Und alles ist Hop-On-Hop-Off.
  • Edinburgh Castle, vom Dach des National Museum aus gesehen. Foto: Claudia Fischer

    Verzichtbar finde ich den Eintritt ins Castle (zu teuer, zu wenig zu sehen), aber damit bin ich recht allein. Schon mein Mann ist da anderer Meinung als ich. Gut, der Ausblick von den Zinnen ist nochmal schöner als vom Castle-Vorplatz. Entscheiden Sie selbst, wie geschichtsinteressiert Sie sind und ob Sie unbedingt den (angeblich gefälschten, wenn man Hardcore-Schotten fragt!) Stone of Destiny und die schottischen Insignien sehen wollen.

Und hier nochmal den Link: Wenn Sie sich meine Reisetipps ausdrucken möchten, habe ich hier ein PDF ohne Bilder hinterlegt: Edinburgh und Schottland-Rundreise.

Schottland-Rundfahrt ab Edinburgh mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln:

  • Dies ist eine Schleuse. Sieht komisch aus, ist aber so. Foto Falkirk Wheel: Claudia Fischer

    Ein halber Tagesausflug, der Pflicht sein sollte, ist das Falkirk Wheel in Falkirk zwischen Edinburgh und Glasgow. Man sollte mindestens eine Stunde Zeit mitbringen, um mindestens einen Schleusenvorgang anzuschauen.

  • Stirling ist einen Besuch wert, zumindest das Castle (1 Tag). Das Wallace Monument auf dem gegenüberliegenden Berg kann man wunderbar von da aus sehen und fotografieren, dort hinfahren müsste ich kein zweites Mal (ist ein ganz schön steiler und langer Weg da hoch…).

Das Wallace Monument, von Stirling Castle aus gesehen. Foto: Claudia Fischer

  • Dann würde ich mich östlich halten (Dundee) und an der Ostküste entlang nach Norden fahren. Sehenswert ist Arbroath, nicht nur für seine Abbey (Ruine, ich fand es nicht so ergiebig), in der die bekannte Schottische „Declaration of Arbroath“ entstanden ist („As long as but a hundred of us remain alive, never will we on any conditions be brought under English rule. It is in truth not for glory, nor riches, nor honours, that we are fighting, but for freedom – for that alone, which no honest man gives up but with life itself”). Berühmt ist Arbroath auch für seine Fischrestaurants.
  • Und ein MUSS ist die Steilküste von Arbroath: Von der Hauptstraße durch das Fischer-Viertel bis zur Küste fahren und dort so weit nördlich wie möglich orientieren. Man kommt dann auf eine Ufer-Promenade, auf der man das Auto stehen lassen kann, ganz am Ende, wo das Toilettenhäuschen ist. Und dort beginnt der Weg zur Steilküste hoch (sehr gut begehbar, auch für fuß-faule. Aber Höhenangst könnte schwierig sein… :-)). Ich laufe immer so eine Stunde lang auf diesem Weg, dann hat man spektakuläre Vogel-Felsen, zerklüftete Steine, einzeln stehende Säulen, atemberaubende Schluchten und viel Wasser und Gischt gesehen. Manchmal sogar Delphine und Orcas weit draußen.
  • Lunan Bay, kurz vor Montrose. Foto: Claudia Fischer

    Weiter nach Norden. Kurz vor Montrose gibt es ein Mini-Schild nach rechts „Lunan Bay“. Ein wunderschöner Sandstrand (man wird dafür über das Gelände eines Bauernhofs geleitet, nicht irritieren lassen, man ist noch richtig. 🙂

  • In Montrose ist ein großes natürliches Wasserbecken, das bei Flut voll- und bei Ebbe wieder leerläuft. Ein Vogelschutzgebiet mit einer guten Besichtigungsstation ist am Ortseingang. Montrose ist auch gut mit dem Zug erreichbar (z.B. von Edinburgh aus).
  • Weiter nördlich, kurz vor Stonehaven, ist Dunnotar Castle. Einfach mal googeln – das sollte man sich nicht entgehen lassen (vorausgesetzt, man kann gut treppensteigen…. :-))

    Dunnotar Castle, das zweitmeistfotografierte Castle Schottlands. 🙂 Foto: Claudia Fischer

  • Von Stonehaven/Aberdeen aus den Schildern nach Westen Richtung Braemar folgen. Nördlich dieser Straße nach Braemar liegen die Cairngorms, ein tolles Naturschutzgebiet und am Norden der Cairngorms ist der Whiskey-Trail. Die Distillen sind alle gut auf Besucher eingestellt – mir reicht meistens eine. Irgendwie ähneln sie sich ja doch… 🙂
  • Ein absolutes Highlight finde ich die Cooperage in Dufftown, das ist eine Fabrik, in der aus amerikanischen Whiskeyfässern (mit e in Whiskey) schottische Whiskyfässer (ohne e) gemacht werden. Die schottischen Fässer sind größer und die Amis dürfen ihre Fässer nicht mehrfach verwenden – also wird umgebaut, mit viel Muskelkraft von hochspezialisierten Küfern. Klingt nicht aufregend, ich kann aber versprechen: Für mich einer der interessantesten Orte in ganz Schottland!
  • Zurück würde ich von den Caringorms entweder über Braemar nach Süden fahren (tolles Ski-Gebiet, atemberaubende Aussichten) oder vom Whiskey-Trail nach Westen weiter Richtung Loch Ness.
  • Auf der Nordroute noch Culloden (ein wirklich toll gemachtes, preisgekröntes Museum und ein sehr historischer Ort, dort haben die Schotten die letzte große Schlacht gegen die Engländer verloren) und Inverness (kann man, muss man nicht gesehen haben). War aber mal ein netter Shopping-Tag.
  • Queen’s View bei Pitlochry. Foto: Claudia Fischer

    Wenn man lieber über Braemar nach Süden fährt, liegt da bei Pitlochry der berühmte „Queen’s View“. Ein Aussichtspunkt mit wirklich schönem Blick – mehr ist da dann aber auch nicht. Also nur hinfahren, wenn man sowieso vorbei kommt. Fies können da die Midges sein, klitzekleine Stechmücken, so winzig wie Obstfliegen, aber sie fragen nicht, sie stechen. Sie hängen in großen Schwärmen in der Luft und wenn man sie erstmal im Auto hat, dauert es Tage, bis sie wieder raus sind… Die Ortschaft Pitlochry ist auch schön, sehr alt, sehr malerisch. Falls September ist: „Enchanted Forests“, ein Lichterfestival bei Pitlochry, unbedingt hingehen!

  • Aber weiter beschreibe ich mal ab Inverness/Culodden. Von dort aus würde ich nämlich SÜDÖSTLICH die Straße am Loch Ness nach Süden fahren. Die Touri-Route ist nordwestlich. Östlich aber sind etwa auf der Mitte die Falls of Foyers (viel Treppensteigen, aber wirklich schön!) und kurz vor Fort Augustus der höchste Punkt dieser Landschaft „Suidhe Point“.

    Suidhe Point, südöstlich vom Loch Ness, lässt sich mit der Kamera schlecht einfangen. Dort sein – atemraubend! Foto: Claudia Fischer

    Wenn man von Norden kommt, muss man aufpassen, nicht dran vorbei zu fahren, denn der atemberaubendste Ausblick, den ich in Schottland kenne, liegt dann hinter einem. Also: Wenn man schon lange geradeaus durch eine baumlose Gegend gefahren ist und plötzlich Autos rechts halten, dann immer schön in den Rückspiegel gucken und notfalls auf Verdacht anhalten! Der Blick nach Norden lohnt sich und es wäre wirklich ein Verlust, das zu verpassen! :-)))

  • In Fort Augustus am Südrand von Loch Ness gibt es eine kleine Brücke, südlich davon sind ein Dutzend Schleusen hintereinander, da lohnt ein Spaziergang. Nennt sich auch „Neptun’s Staircase“. 🙂
  • Von Fort Augustus nach Norden auf der nordwestlichen, touristischen Route am Loch Ness entlang sollte man Urquhart Castle besuchen, das ist durchaus sehenswert, wenn auch Haupt-Touristenpunkt. Der Film ist beeindruckend, der dort gezeigt wird. Weiter nördlich kommt dann noch ein Nessie-Museum, aber da war ich noch nie drin. Sah mir auch eher nach Touristenfalle aus.
  • Je nach Zeit, die man hat, kann ich dann westlich von Fort Augustus Dornie empfehlen, das ist der Ort vor der Fähre nach Skye. Dort liegt das berühmteste und meistfotografierte Eileann Donan Castle, ist nicht zu verfehlen, schon wegen der vielen Busse. 🙂
  • Skye selbst hat mir nicht viel gegeben. Viele Leute sind große Fans, ich hatte bisher immer Pech mit dem Wetter. Wenn man nach Skye will, ist es ein Erlebnis, nicht die Brücke von Dornie über den Kyle of Lochalsh, sondern die Mini-Autofähre von Glenelg (südlich) zu nehmen, dahinter geht es steil hoch und das ist wirklich ein witziges Erlebnis, lohnt die Wartezeit! Dort hatten wir Seehunde und allerlei lustiges Getier.
  • Von Dornie aus sollte man, wenn noch viel Zeit da ist, die Küstenroute bis nach Ullapool hinauf fahren. Der Ort ist schnuckelig und je weiter man auch von dort aus nach Norden fährt, desto beeindruckender werden Berge und Küste. Nur Ortschaften kommen da nicht mehr viele, Übernachtungsquartiere sollte man durchaus im Voraus buchen, um keine böse Überraschung zu erleben. Die Tour durch den nördlichen Schottland-Zipfel ist toll, aber man braucht halt Zeit dafür. Die Smoo Cave an der Nordküste ist eine längere Pause wert!
  • Oder man fährt direkt von Fort Augustus ohne den „Umweg“ an Skye vorbei direkt nach Westen und dann nach Süden Richtung Glasgow, über Spean Bridge (kurz hinter der Abzweigung nach Süden ist das sehenswerte „Commando Memorial“ als kostenloses Outdoor-Denkmal), dann aber wieder zurück zum Kreisel und nach Süden abbiegen. 🙂 Richtung Fort William.
  • Wer an diesem Punkt einen halben Tag Zeit hat und Harry Potter-Fan ist, der sollte von Fort Augustus aus nach Glenfinnan zum Scheitelpunkt des Loch Shee fahren.

    Das Glenfinnan Monument. Foto: Claudia Fischer

    Dort steht das Glenfinnan Monument (dort ist Bonnie Prince Charlie angeblich in Schottland gelandet), aber viel wichtiger ist der Dampfzug, der über den großen Äquadukt fährt und den man zweimal am Tag sehen (und vor allem fotografieren!!!) kann, wenn man am Besucherzentrum in Glenfinnan den Berg hochspaziert. Die vielen asiatischen Touristen an diesem Ort weisen einem den Weg. :-))) Wer mitfahren will, muss noch bis Mallaig an der Westküste weiter fahren. Der Weg dahin ist aber auch sehr schmuck, die Küstenlinie erinnert bei gutem Wetter an schwedische Schären.

  • Glen Coe. Foto: Claudia Fischer

    Zurück in Fort William sollte man der Straße weiter nach Süden folgen und durch Glen Coe fahren. Glen Coe ist der Hammer, dort sollte man sich Zeit nehmen, oft aussteigen, viel fotografieren und genießen. Manchmal fahre ich mehrfach durch, wenn ich dort bin. Das lohnt sich, weil sich das Wetter sehr schnell ändert und dann immer alles anders aussieht, außerdem macht die Fahrtrichtung viel dafür aus, was man sieht. Von Norden kommend ist das Besucherzentrum am Eingang. Dort gibt es Wander-Empfehlungen mit kleinen, lokalen Karten und Tipps.

  • Und danach geht es dann durch die Trossachs und am Loch Lomond vorbei nach Glasgow. Aber wie gesagt: Glasgow kenne ich nicht gut genug, um dafür Empfehlungen abzugeben.

Und hier nochmal den Link: Wenn Sie sich meine Reisetipps ausdrucken möchten, habe ich hier ein PDF ohne Bilder hinterlegt: Edinburgh und Schottland-Rundreise.

Foto: Claudia Fischer